Rundum abgesichert

beim Sprung ins Studentenleben

Rebecca

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Rebecca

LMU München, Studiengang Master Verlagspraxis

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Bisher war alles über die Eltern abgedeckt: Krankenversicherung, Haftpflicht, Hausrat etc. Wahrscheinlich hast du auch gar keine Ahnung, ob und wie du versichert warst bzw. bist. Die Unterlagen sind in irgendwelchen Ordnern verstaut, Papa oder Mama haben sich schon darum gekümmert. So war’s zumindest bei mir. Doch mit der ersten eigenen Wohnung und der ersten wirklichen Verantwortung für das eigene Leben wollte ich auch den Versicherungskram selber erledigen. Mit dem Studentenstatus ändert sich nämlich auch so einiges. Dafür hieß es erst mal Ordner sichten, Policen durchschauen, Infos einholen. Mühsam, aber es lohnt sich. Damit ihr euch die lästige Recherche sparen könnt, haben wir für euch eine Versicherungs-Checkliste zusammengestellt – sortiert nach „Unbedingt empfehlenswert“, „Wäre gut“ und „Könnt ihr euch jetzt noch sparen“:

Unbedingt empfehlenswert

Unbedingt empfehlenswert:

Krankenversicherung

Gesetzlich oder Privat? Drum herum kommt ihr nicht!

In Deutschland müssen alle Studenten einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule krankenversichert sein. Das gilt auch für Auslandsaufenthalte. Bis zu eurem vollendeten 25. Lebensjahr seid ihr allerdings noch kostenfrei in der gesetzlichen Krankenkasse eurer Eltern familienversichert, sofern beide Elternteile gesetzlich versichert sind und ihr regelmäßig unter 385 € oder in einem Minijob 450 € im Monat verdient. Nach dem 25. Lebensjahr müssen sich alle Studenten selbst versichern: Gesetzlich oder privat. Ausnahme: Als Kinder von privat versicherten Eltern müsst ihr euch schon zu Beginn des Studiums selbst entscheiden, wie ihr euch versichern wollt: privat mit den Eltern oder gesetzlich. Es gibt in beiden Fällen günstige Studententarife. Der gesetzliche Tarif wird einmal jährlich für alle Kassen festgesetzt.

Privat versichern? – Aufgepasst und nachgedacht!

Ebenso könnt ihr euch unabhängig von euren Eltern freiwillig privat versichern. Ihr müsst euch dann aber bis spätestens drei Monate nach der Immatrikulation von der Versicherungspflicht befreien lassen. Aber Vorsicht: Seid ihr einmal befreit, gibt es kein Zurück mehr! Ihr müsst euch dann das gesamte Studium lang privat krankenversichern – erst wenn ihr durch ein festes Angestelltenverhältnis pflichtversichert werdet, kommt ihr zurück in die gesetzliche Krankenkasse. Seid ihr an einer privaten Studentenkrankenversicherung interessiert, solltet ihr die Angebote der verschiedenen Anbieter genau vergleichen und die Vor- und Nachteile abwägen. Es gibt relativ günstige Tarife, oft halten sich die Leistungen aber in Grenzen, ihr habt hohe Zuzahlungen bei Arztbesuchen und Medikamenten und für Frauen ist die private Variante teurer als für Männer. Überlegt es euch also gut und lasst euch unbedingt vorher beraten!

Kein Stress! Gesetzlich versichert seid ihr auf der sicheren Seite

Wenn ihr schon zu Beginn des Studiums wisst, dass ihr mit 25 noch nicht fertig sein werdet, weil ihr einen längeren Auslandsaufenthalt plant, eine Berufsausbildung zwischen Bachelor und Master schieben wollt o. ä., solltet ihr euch besser von Anfang an gesetzlich krankenversichern. So halten sich die Kosten in Grenzen und ihr könnt sie vor allem einfacher überschauen. Wer weiß denn schon im 1. Semester, wie das Studium im Endeffekt verlaufen wird? Noch ein wichtiger Hinweis: Die gesetzliche Versicherungspflicht endet mit Abschluss des 14. Fachsemesters bzw. mit dem Semester, in dem ihr 30 werdet. Danach müsst ihr euch freiwillig weiter versichern und das wird teurer. Zu lange studieren nervt nicht nur irgendwann, sondern geht auch ganz schön ins Geld! Weitere Infos bietet die Studentenrubrik der Website der Bundesregierung. Die gesetzlichen und privaten Krankenkassen haben meist auch extra Ansprechpartner bei Studentenfragen.

Haftpflichtversicherung

Haftpflichtversicherung

Einmal nicht aufgepasst, ein Leben lang verschuldet – nicht mit der Haftpflicht!

Ihr lasst die Kamera eines Freundes fallen, schrammt ein fremdes Auto oder verursacht einen schlimmen Fahrradunfall – manche Pannen oder Unvorsichtigkeiten können euch ein Leben lang (finanziell) begleiten. Doch zum Glück gibt es die Haftpflichtversicherung. Sie zahlt bei Schäden, die ihr selbst verschuldet habt, vorausgesetzt es war nicht mutwillig oder absichtlich.

Bis 25 familienversichert

Wart ihr vor eurem Studium nicht berufstätig, könnt ihr bis zum Ende eurer ersten Berufsausbildung über die private Haftpflichtversicherung eurer Eltern versichert bleiben. Damit ist es vorbei, wenn ihr heiratet oder 25 werdet. Mit rund 50 Euro im Jahr seid ihr dabei – das sollte es euch wert sein! Auch bei der Haftpflichtversicherung gibt es viele verschiedene Anbieter mit unterschiedlichen Tarifen und Leistungen. Experten raten unbedingt zu einer Deckungssumme von mindestens drei oder fünf Millionen Euro. Im Schnitt müsst ihr mit einem Beitrag von ca. 50 Euro im Jahr rechnen.
Guter Tipp: Wohnt ihr mit eurem Freund/eurer Freundin in einer „eheähnlichen Gemeinschaft“ zusammen, könnt ihr die Haftpflichtversicherung zusammen abschließen. Das spart nochmal so einige Euro! Im Internet findet ihr Tarifrechner, u. a. bietet Stiftung Warentest eine Analyse an.

Unfallversicherung

In der Uni versichert

Während eures Studiums seid ihr automatisch über die Uni in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert – allerdings nur, wenn ihr bei Lehrveranstaltungen oder beim Hochschulsport seid oder euch auf dem Weg dorthin und wieder zurück befindet. Einen Unfall müsst ihr innerhalb von drei Tagen bei eurer Studentenkanzlei melden, damit ihr die Behandlung beim Arzt bezahlt bekommt.

Für die Freizeit selber vorsorgen

Was ihr in eurer Freizeit treibt, steht auf einem anderen Blatt. Seid ihr große Sportler oder wilde Abenteurer, solltet ihr zusätzlich über eine private Unfallversicherung nachdenken. Diese gibt es für rund 100 Euro im Jahr, je nachdem welche Leistungen abgedeckt werden sollen.
Tipp: Fokussiert euch erst einmal auf den Kernbereich und lasst euch später erneut beraten, um evtl. Anpassungen vorzunehmen.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung

Je früher, desto besser

Warum jetzt schon Gedanken an später verschwenden? Wir leben doch im Hier und Jetzt. Zu Beginn eures Studiums kommt es euch sicher komisch vor, über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachzudenken. Doch gerade bei dieser Versicherung lohnt sich ein früher Abschluss. Oft greift der Schutz nämlich erst nach 60 Monaten, außerdem seid ihr jetzt noch jung und fit – eine BU-Versicherung wird mit dem Alter immer schwieriger und teurer abzuschließen.

Vorsicht: Nur mit Nachversicherungsgarantie!

Bei manchen Versicherungen bekommt ihr als Student nur eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Diese zahlt nur, wenn ihr aus gesundheitlichen Gründen gar keine Arbeit mehr ausführen könnt. Ist dies der Fall, sollte die Versicherung unbedingt eine Nachversicherungsgarantie enthalten, damit ihr beim Berufseinstieg den Versicherungsschutz anpassen und in eine vollwertige BU-Versicherung umwandeln könnt. Einige Versicherer bieten aber auch für Studenten schon eine vollwertige Berufsunfähigkeitsversicherung an. Ihr sichert damit euren anvisierten Beruf ab: Wenn ihr wegen Erkrankung oder Unfall nicht mehr in diesem Beruf arbeiten könnt, zahlt die Versicherung euch eine monatliche Rente. Auch die Berufsunfähigkeitsversicherung sollte eine Nachversicherungsgarantie enthalten. Nur so könnt ihr den Versicherungsschutz bei Veränderung eurer Lebensumstände problemlos ohne erneute Gesundheitsprüfung erweitern.

Wichtig: Verzicht auf abstrakte Verweisung

Außerdem wichtig beim Abschluss einer BU-Versicherung ist der „Verzicht auf abstrakte Verweisung“. Nur mit diesem Verzicht bekommt ihr auch bei 50-prozentiger Berufsunfähigkeit die vereinbarte Rente. Ohne diese Vertragsvereinbarung kann es sein, dass ihr bei Berufsunfähigkeit einen anderen Beruf annehmen müsst und nichts bezahlt bekommt.

Auch hier gilt wieder die Devise: Informiert euch – zunächst am besten unverbindlich im Internet. Habt ihr einen guten Überblick, lasst euch kostenlos von einem unabhängigen Versicherungsfachmann beraten. Erst dann solltet ihr eine Versicherung abschließen.

Einen übersichtlichen Artikel zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung findet ihr online bei focus.de.

Autoversicherung

Als Autofahrer wisst ihr das natürlich: Ohne Versicherung, keine Zulassung. Studenten können aber zumindest von speziellen Tarifen profitieren. In Auto-Bild gab es letztes Jahr eine praktische Übersicht für Studenten. Beste und günstigste Variante ist aber immer noch die Mitversicherung eures Autos als Zweitwagen über eure Eltern.

Wäre gut zu haben

Wäre gut zu haben:

Hausratversicherung

Bei dieser Versicherung solltet ihr gut überlegen, ob ihr sie wirklich braucht. Abgedeckt sind in der Regel Schäden an eurer Einrichtung bei Bränden, Blitzschlag und Explosionen, Einbruch, Raub und Vandalismus, Wasserschäden, Frost-, Sturm- und Hagelschäden. Wohnt ihr in einer WG oder einer kleinen Wohnung mit wenigen wertvollen Dingen, müsst ihr abschätzen, wie viel euer Hausrat wert ist. Dazu zählt auch euer Fahrrad, wenn ihr es in der Nähe eurer Wohnung abstellt oder im Fahrradkeller. Die Beiträge für die Versicherung sind allerdings recht gering, sie beginnen schon ab 3 Euro monatlich. Je nach Wert eurer Einrichtung berechnet sich aber natürlich auch der monatliche Beitrag. Wichtig ist es, den Versicherungswert so genau wie möglich einzuschätzen und anzugeben, damit im Schadensfall auch wirklich die komplette Summe abgedeckt ist.

Auslandskrankenversicherung

Das Studium ist nicht nur zum Büffeln da. Ihr solltet auf jeden Fall eure freie Zeit nutzen, so flexibel und einfach werdet ihr nie wieder reisen und länger ins Ausland gehen können. Für viele europäische Länder seid ihr über eure gesetzliche Krankenkasse im Krankheitsfall abgedeckt. Bei Reisen in fernere Länder solltet ihr euch aber unbedingt eine Auslandsreise-Krankenversicherung zulegen. Diese sichert auch einen Krankenrücktransport ab, der in der Regel nicht von der gesetzlichen Kasse gezahlt wird. Bei den meisten privaten Krankenversicherungen ist ein Auslandsschutz dabei. Ihr solltet euch aber vor einer Reise nochmal genau erkundigen. Auslandstipp: Mit der „International Student Identity Card“ (ISIC) könnt ihr euch weltweit offiziell als Student ausweisen. Ihr bekommt dann auch im Ausland viele lohnenswerte Studentenrabatte und sogar besonders günstige Versicherungen für eure Reisen, u.a. Auslandskranken-, Reiseunfall- oder Reisegepäckversicherung. Alle Infos zu der ISIC findet ihr hier.

Private Altersvorsorge

Private Altersvorsorge

Rente – auch wieder so ein Thema … viel zu weit weg, um wirklich darüber nachzudenken. Und klar, als Student zählt jetzt jeder Cent in der Tasche. Aber wir gehören nun mal zu einer Generation, die später nicht mehr so leicht von ihrer gesetzlichen Rente leben wird. Je früher wir uns darum kümmern, desto leichter wird es uns später fallen, unseren Lebensstandard halten zu können. Eine private Altersvorsorge sollte deshalb nicht erst mit Mitte 40 gestartet werden. Es gilt wieder die Devise: Je früher, desto besser und vor allem günstiger. Rechnet einfach mal in einer ruhigen Minute eure monatlichen Kosten durch und überlegt, ob ihr nicht doch regelmäßig ein bisschen zur Seite legen könnt. Ein mittel- und ein langfristiger Sparplan geben euch einfach ein gutes Gefühl und ein weiches Polster für die Zukunft. Es gibt verschiedene Formen für die Altersvorsorge: Riester, Rürup, Banksparpläne, Fondssparpläne, Aktien oder Fonds und Immobilien. Infos zum Einstieg bieten unter anderem die Websites der Bundesregierung, der Verbraucherzentrale und das Infonetz Altersvorsorge.

Könnt ihr euch jetzt noch sparen:

Krankenhaustagegeld

Normalerweise (und hoffen wir es!) kommt es nur selten zu Krankenhausaufenthalten und wenn, dann sind sie nur kurz. Von diesem Standpunkt her gesehen könnt ihr euch die Absicherung durch ein Krankenhaus-Tagegeld also sparen. Wenn ihr euer Studium aber komplett allein finanzieren müsst und auch keine Rücklagen habt, um bei einem längeren Krankenhausaufenthalt die laufenden Kosten zu tragen, kann eine solche Zusatzabsicherung sinnvoll sein. Lasst euch auch hier individuell beraten.

Rechtsschutzversicherung

Eine Rechtsschutzversicherung könnt ihr euch als Student normalerweise sparen. Ihr seid auch hier wieder bis zum 25. Lebensjahr bzw. bis zur Heirat und bis zum Ende eurer ersten Berufsausbildung über eure Eltern mitversichert.